2003-2020

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12. Juni 2020

Bürgerstiftung verleiht zum zweiten Mal den Preis für ehrenamtliches Engagement junger Menschen

Lina Hansen – Preisträgerin des „Dr.-Fritz-Bahrs-Preises 2020“

von Dirk Andresen

Gewinnerin des „Dr.-Fritz-Bahrs-Preises 2020“: Lina Hansen von der Lauenburgischen Gelehrtenschule zusammen mit Oberstudiendirektor Thomas Engelbrecht (r.) und Andreas von Gropper, Vorsitzender der Bürgerstiftung Ratzeburg.

Preisträgerinnen und Preisträger haben auf unterschiedlichen Gebieten stets Herausragendes geleistet. Dass es manchmal sogar noch ein Stück darüber hinausgeht, erfuhren die Teilnehmer auf der Abitur-Feier der Lauenburgischen Gelehrtenschule, als der „Dr.-Fritz-Bahrs-Preis 2020“, dotiert mit 300 Euro, an die Ratzeburgerin Lina Hansen überreicht wurde. „Sie erfüllt in bewundernswerter Weise nicht nur einige Kriterien der Ausschreibung“, lobte Andreas von Gropper, Vorsitzender des Vorstandes der Bürgerstiftung, „sondern eigentlich alle.“ Die Juroren der Lauenburgischen Gelehrtenschule, die die Wahlempfehlung ausgesprochen hatten, waren sich in ihrem Urteil schnell einig gewesen.

 

„Ihre Bereitschaft, mit großem Engagement Verantwortung zu übernehmen und dafür Freizeit zu investieren, hat uns überzeugt. Auch die notwendige Ausdauer, sich langfristig mit Aufgaben zu befassen. Die Fähigkeit zur vertrauensbildenden Kommunikation, zur Teamarbeit und zur Netzwerkbildung waren weitere Kriterien, die sie in bewundernswerter Weise erfüllt“, so Andreas von Gropper. Ihren über Jahre aktiven Einsatz für die Schülerschaft, z.B. in der Rolle als Schülersprecherin, war nur ein Kriterium von mehreren.

 

Lina Hansen engagierte sich u.a. bei Projekten wie „Jugend gegen Aids“, „Fridays for Future“ oder auch „Schule ohne Rassismus“ und zeigte über Jahre, zu welch außerordentlichem Engagement Schülerinnen und Schüler in der Lage sind. Für Oberstudiendirektor Thomas Engelbrecht und das Lehrerkollegium konnte es daher keine bessere Kandidatin geben. „Erst bei der Rede ahnte ich, dass ja ich gemeint sein könnte“, gestand Lina Hansen, die wie wohl die meisten ihrer Mitschüler bei dieser im Zeitalter von Corona wohl einmaligen Abiturfeier eine emotionale Achterbahnfahrt durchlebte.

 

Dr. Fritz Bahrs, vielfach ehrenamtlich engagierter Bürger und Namensgeber des Preises, hatte sich immer gewünscht, gesellschaftliches Engagement besonders bei jungen Menschen zu wecken. Er wäre sicherlich begeistert, wenn er die 18-jährige Lina Hansen persönlich kennengelernt hätte. Wo war für sie die Initialzündung für das herausragende Engagement im Ehrenamt? „Meine Entwicklung ist durch das Klassensprechertraining an der Gelehrtenschule entscheidend geprägt worden“, sagt Lina Hansen, „ich war damals 13 Jahre alt (oder doch 12?) und in der siebten Klasse. Durch die Schulungen hatte ich Kontakt zu älteren Schüler, die in ihrem Engagement teilweise Vorbilder waren.“  

Aus der jungen Schülerin wurde mit den Jahren eine selbstbewusste junge Frau. Die auf der Abitur-Feier gleich mehrmals auf die Bühne gebeten wurde. Neben der Auszeichnung der Bürgerstiftung, gehörte sie mit ihrem Notendurchschnitt von 1,3 zu den besten fünf Abiturientinnen und Abiturienten und erhielt auch noch eine Auszeichnung durch die Deutsche Gesellschaft für Philosophie.

 

Das Fach Philosophie hat Spuren hinterlassen. Im logischen Denken, im Umgang mit Themen und in der Verfeinerung des Ausdrucks. Wer sich mit ihr unterhält, erlebt eine Gesprächspartnerin, die nicht munter drauflos plappert, sondern ihre Worte abwägt – und etwas zu sagen hat. Nicht so oft anzutreffen unter jungen Erwachsenen.

 

Und wie geht es weiter nach dem Abitur? „Ich würde gern in Bayreuth studieren“, sagt Lina Hansen, deren sympathisches Lachen gute Stimmung verbreitet. Medizin? „Nein. Philosophy and Economics. Was ich damit beruflich mache, lasse ich noch offen. Auf jeden Fall möchte ich mich für Menschen und für die Umwelt engagieren.“ Schlussworte, denen bald schon Taten folgen werden. Ganz sicher!

18. Mai 2020

Nominiert von Ratzeburgerinnen und Ratzeburgern

Bürgerstiftung ehrt 65 Mitbürgerinnen und Mitbürger als "Engel der Krise"

von Dirk Andresen

Treffen der Ratzeburger "Engel der Krise" in gebührendem Corona-Abstand anlässlich der Verleihung ihrer Urkunden (Bild: Oliver Essing)

Was kann den Menschen Halt geben in einer Welt, die immer unübersichtlicher wird und in der sich viele allein gelassen fühlen? Wer schenkt Lebensmut, wenn durch unvorhergesehene Krisen die Welt aus den Angeln gerät, wie in Zeiten von Corona? Wer gibt Wärme, Nähe oder spricht einem Mut zu? Wer spendet Trost? Es sind vielleicht die Engel, die himmlischen Wesen, an die Umfragen zufolge jeder zweite Deutsche glaubt. Es sind vor allem aber Menschen, die mit beiden Beinen auf der Erde stehen und für die das Wort Nächstenliebe noch von Bedeutung ist. Die mit ihrem außergewöhnlichen Engagement einfach Gutes tun.

 

In Ratzeburg wurde durch Jutta Riss und Uwe Martens, engagierte Bürger der Inselstadt, eine Idee mit Tragweite umgesetzt, die zeigte, dass das Gemeinwohl durchaus noch einen festen Platz in unserer Gesellschaft hat: Eine spontane Idee, mit viel Herz und über die Grenzen hinaus. Ratzeburger Bürger waren aufgerufen, Mitmenschen als „Engel der Krise“ zu nominieren. Bürger zu benennen, die sich in herausragender Weise um den „Nachbarn“ verdient gemacht hatten oder dazu beitrugen, das tägliche Leben in Zeiten von Corona ein Stück lebenswerter zu machen. Das alles stand unter dem Dach der Bürgerstiftung Ratzeburg, die sich als eine Organisation für Ratzeburgerinnen und Ratzeburger versteht, um den Gemeinsinn und die Verbundenheit zur Stadt zu stärken.

„Sie haben mit ihrem persönlichen Einsatz nicht nur Nachbarn, Kunden, Patienten und Mitbürgern direkt geholfen, sondern waren leuchtendes Beispiel dafür, wie wertvoll und wichtig bürgerschaftliches Engagement für den Zusammenhalt und das Funktionieren unserer Gesellschaft ist“, sagte Andreas von Gropper, der Vorsitzende der Ratzeburger Bürgerstiftung bei der Ehrung im Garten des Kreismuseum auf der Domhalbinsel. „Es ist schön zu sehen, was aus dieser Idee geworden ist“, freute sich Jutta Riss, die über einen Beitrag im Internet die Anregung aus Celle erhielt und mit Uwe Martens schnell einen Mitstreiter fand, der nicht locker ließ, die Aktion „Engel der Krise“ auch schnell umzusetzen.

 

50 Einzelpersonen oder Gruppen waren letztendlich für diese Aktion nominiert, die nach Bekanntgabe durch die Medien schnell an Fahrt aufnahm. Jeder „Engel der Krise“ erhielt neben einer Urkunde einen Gutschein im Wert von 25 Euro, der ausschließlich in Ratzeburg eingelöst werden kann und damit auch einen positiven Effekt für die lokale Wirtschaft hat. Eine „Win-win-Situation“, eine Aktion, die die Bürger näher zusammenrücken lässt.

 

„Ich war völlig überrascht, dass ich ausgewählt wurde“, gestand Claudia Kuehn, die als Zustellerin bei der Deutschen Post eher selten Aufmerksamkeit und Anerkennung erfährt, aber nun bestätigt wurde darin, dass ihre Freundlichkeit von den Bürgern der Stadt wohlwollend aufgenommen wird. Auch Hans-Jürgen Plath zeigte sich verwundert über seine Berücksichtigung. Als langjähriger verdienstvoller Ehrenamtler, der viel Zeit für die Ratzeburger Tafel investiert, die zweimal die Woche Lebensmittel an bedürftige Menschen verteilt, stand sein Name jedoch nicht ganz so überraschend auf der Liste der zu Ehrenden. Mit ihm wurde das gesamte Team der Ratzeburger Tafel geehrt, für die Viktor Winter und Julia Strohkirch, mit 25 und 21 Jahren noch sehr junge Ehrenamtler, stellvertretend zusammenfassten: „Wir haben uns einfach riesig gefreut über die Auszeichnung.“

 

Niemand der Organisatoren hatte im Vorfeld geahnt, dass die Aktion „Engel der Krise“ solch solch einen Zuspruch erfährt. 67 Bürger der Stadt Ratzeburg wählten mit einer 25-Euro-Spende ihren persönlichen Favoriten aus, der damit zu einem bunten Querschnitt von Bürgern aus den unterschiedlichsten Berufen zählte: Kassiererin, Busfahrer, Pflegekraft, Einkaufshelfer, auch ein Krankenhausdirektor wurde nominiert. Und ein Pastor. Mit Jürgen Hensel, der u.a. als Mitarbeiter der Rettungswache auf vielen Einsatzorten verzweifelte und tieftraurige Menschen trösten muss, hatte allen Grund zur Freude: „Diese ganze Aktion ist schön, einfach nur schön. Und vielleicht ist sie ein Hoffnungszeichen für unsere Gesellschaft in Zeiten wie diesen.“ Insgesamt haben die „Ratzeburger Engel der Krise“ viel dazu beigetragen, dass das Leben in und um Ratzeburg in Zeiten von Corona ein Stück lebenswerter werden konnte.

 

Anselm Grün, der bekannte Benediktiner und Autor mehrere Engelbücher glaubt an die positive Wirkung himmlischer Geschöpfe: „Engel sind Mächte. Sie haben Kraft in sich. Und sie haben eine Aufgabe für den Menschen.“ Schön, dass es sie alle gibt. Der Dank kann an sie nicht groß genug sein.

22. Februar 2020

Bürgerstiftung unterstützt Projekt für DaZ-Klassen

Warum Katharina Richter im Unterricht auf Federtaschen schwört

von Dirk Andresen

Alles hat seinen Platz, wenn es nicht gerade im Unterricht benutzt wird. Ist ein Buntstift zu klein, erhält der Schüler im Tausch einen neuen

Die besten Ideen fallen einem ein, wenn man gerade nichts tut und denkt. Manchmal kommt die Lösung über Nacht. Die Redewendung „Eine Nacht darüber schlafen“ verhalf auch Katharina Richter, engagierte Lehrerin an der Grundschule St. Georgsberg, zur Lösung ihres Problems. Weil im Unterricht mit den 13 DaZ-Kindern im Alter zwischen sechs bis elf Jahren, die Deutsch als Zweitsprache lernen, der Geräuschpegel oft mächtig anhob, musste eine zündende Idee her. Eines Morgens, nachdem Aufwachen, fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. „Wir brauchen einheitliche Federtaschen. So können wir eine ruhige Arbeitsatmosphäre schaffen“, war sich Katharina Richter sicher.

Ruhe durch Federtaschen? Kann das wirklich klappen? Wer die Schülerinnen und Schüler beobachtet – einige sind erst wenige Wochen in Deutschland, andere leben schon Jahre hier, unterhalten sich zu Hause aber nur in ihrer Landessprache - schaut meist in strahlende und konzentrierte Gesichter. Vor allem bei Malübungen. Die blauen oder roten Federtaschen liegen vor jedem Schüler oder Schülerin auf dem  „Parkplatz“, auf der roten DaZ-Mappe, immer an derselben Stelle. Der Inhalt ist bei allen gleich. Sogar die Buntstifte oder Bleistift müssen immer eine gewisse Größe haben. Und angespitzt, selbstverständlich. Wenn die Stifte zu klein sind, bekommen die Kinder im Tausch einen neuen. So kann es im Unterricht immer sofort losgehen. „Das war früher oft schon ganz schön verrückt“, erzählt Katharina Richter. “ Wenn gebastelt oder ein Bild gemalt werden sollte, suchte der eine Schüler seine Buntstifte in seinem Ranzen zusammen. Ein anderer musste seine erst einmal spitzen. Jemand lieh sich vom Nachbarn den Radiergummi aus. Und die Schere hatten viele erst gar nicht dabei.

 

So gut die Idee mit den identischen Federtaschen auch war, ein Problem musste noch gelöst werden. Oft ist für die Eltern aus Syrien, Somalia, Tschetschenien, aber auch aus Polen, Ungarn oder Rumänien die Wichtigkeit von gutem und vollständigem Schulbedarf nicht so bedeutend. „Als ich anfing, nach möglichen Paten Ausschau zu halten, hätte ich nie gedacht, dass mir so schnell geholfen wird“, sagt Katharina Richter. Eine anonyme Spenderin und die Bürgerstiftung Ratzeburg ermöglichen mit dem „Federtaschenpatenamt“ dieses Projekt bereits im dritten Jahr, zuletzt mit einer Zuwendung 350 Euro. „Eine tolle Sache, die mit viel persönlichem Einsatz angegangen wird“, sagt der 1. Vorsitzende Andreas von Gropper. „Ein kleines Projekt mit einer großen Wirkung.“ Die Buchhandlung Weber unterstützt dankenswerterweise die Aktion.

 

Auch wenn sich die Schülerinnen und Schüler der DaZ-Klasse untereinander meist noch nicht verständigen können, so ist der Umgang miteinander respektvoll und achtsam, wohl aber sehr lebhaft und temperamentvoll. Wertvolle Hilfe erhält die DaZ-Klasse durch Levon Groneberg, 18 Jahre alt (Freiwilliges Soziales Jahr) und Hege Hoops, 18, die nach dem Abitur an der Lauenburgischen Gelehrtenschule ein Praktikum absolviert. Kurios ist, dass die früher als Schülerin der dritten Klasse Katharina Richter als Klassenlehrerin hatte.

 

Nach dem gemeinsamen Frühstück werden die Kinder von Katharina Richter weiter angehalten zu sprechen. Sie selbst spricht in ganzen Sätzen, in einfacher Sprache oder verständigt sich mit Händen und Füßen. „Es geht bei uns natürlich viel lebhafter zu als in anderen Klassen“, sagt Katharina Richter, „aber sie müssen sich an Regeln halten.“ Ein Schüler ist gerade in die Klasse gekommen und hat die Tür krachend hinter sich zu geschlagen. Die Lehrerin schaut den Schüler nur an und spricht ruhig und bestimmt: „Bitte noch mal. Nicht zu schlagen. Am Griff“. Wie von Zauberhand geht diesmal alles von selbst.

Ist der Termin richtig eingetragen? Lehrerin Katharina Richter überzeugt sich davon, dass Gergely (8) aus Ungarn alles richtig notiert hat
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Interview mit dem Vorsitzenden Andreas v. Gropper

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