2003-2020

Herzlich Willkommen

Ratzeburger Originale

In den vergangenen Jahren konnten Sie unsere Ratzeburger Originale in der Rathausstraße im Blumenladen Anke von der Mehden kaufen.
Nun gönnen wir uns eine kreative Pause, so daß es in nächster Zeit keine neuen Produkte geben wird. Unsere beliebten Klassiker können Sie aber weiterhin bei uns kaufen. Kommen Sie gerne in unser Büro am Barlachplatz 8 in Ratzeburg oder schicken Sie uns eine E-Mail an info@buergerstiftung-ratzeburg.de  In der Rubrik Ratzeburger Original finden Sie alle Produkte, die wir noch im Angebot haben mit genauer Bezeichnung und dem aktellen Preis.

Frau v.d. Mehden danken wir an dieser Stelle noch einmal sehr für ihr ehrenamtliches Engagement, mit dem Sie unsere Originale verkauft hat.

4. November 2020

Bürgerstiftung Ratzeburg spendet erneut für Willkommensbeutel

Ein Willkommen, das in einen Beutel passt

von Annika Reinck

Sandra Uhthoff (Bürgerstiftung Ratzeburg) übergab die Willkommensbeutel an Petra Woelky (Leiterin FBS Ratzeburg). Foto: A. Reinck
Die Evangelische Familienbildungsstätte hat erneut eine Spende in Höhe von 990 Euro von der Bürgerstiftung Ratzeburg erhalten, um 180 Willkommensbeutel anschaffen zu können. Die Willkommensbeutel sind für alle Familien vorgesehen, die im  Rahmen der Projekte wellcome (Familien mit Kindern bis zu einem Jahr), Familienpaten (Familien mit Kindern im Alter von 2 bis 3  Jahren) sowie als Teilnehmerinnen unserer Delfi-Kurse (Familien mit Kindern ab der 10. Woche) mit der Familienbildungsstätte Ratzeburg „verbunden“ sind.
„Wir haben einen Stiftungszweck, der beinhaltet, dass unsere Spenden speziell Ratzeburgerinnen und Ratzeburgern zu Gute kommen sollen. Mit diesem Projekt trifft es genau diese und das in der Phase einer Familiengründung“, berichtet Sandra Uhthoff von der Bürgerstiftung Ratzeburg bei der Übergabe. Sie habe mit ihren Kindern selbst solche Kursangebote besucht und freute sich sehr, die wichtigen Projekte für junge Familien so unterstützen zu können. 
„Willkommen in Gottes Welt“ ist ein Projekt des evangelischen Literaturportals, das Eltern mit Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren
auf die Bedeutung des frühen Vorlesens aufmerksam machen möchte, gute Bücher – auch solche mit religiösen Inhalten – empfiehlt und Impulse für erste Rituale für den Familienalltag gibt.
In dem Willkommens-Buchbeutel befinden sich das Bilderbuch „Der Mond ist aufgegangen“, eine Elternbroschüre, in der die Themen frühes Vorlesen, Beten mit Kindern und Taufe angesprochen und die Eltern hierzu ermutigt werden, und eine CD mit alten und neuen, religiösen und weltlichen Kinderliedern.
Der Willkommensbeutel wird seit 2011 in über 2.000 evangelischen Einrichtungen in Deutschland verschenkt und  kostet bei Abnahme von über 100 Beuteln pro Stück 5,50 Euro. 
Die Förderung des Projektes durch die Bürgerstiftung erfolgt nun zum dritten Mal. Das Geschenk ist für alle Familien eine große  Freude. Die Leiterin, Petra Woelky, freut sich sehr über die Spende und bedankt sich herzlich bei der Bürgerstiftung. „Die Kooperation ist bereits zu einer schönen Tradition geworden und wir hoffen, dass diese auch in den folgenden Jahren fortgesetzt wird“, so Woelky.
 
Quelle: MARKT vom 4. November 2020

4. November 2020

Bürgerstiftung führt den Stadt-Scheck Ratzeburg ein

Das Geld bleibt in der Stadt

von Andreas Anders

(v.li.) Jürgen Hentschel, Andreas von Gropper und Bürgermeister Gunnar Koech stellen den neuen Stadt-Scheck Ratzeburg vor. Foto: Anders

Die Bürgerstiftung Ratzeburg gab diese Woche den Startschuss für ihr neuestes Projekt – den Stadt-Scheck Ratzeburg. Während es in der Regel bei den Projekten der Stiftung um soziale und kulturelle Themen geht, wird dieses Mal versucht, der heimischen Wirtschaft unter die Arme zu greifen.

„Das Projekt liegt schon seit Anfang des Jahres bei uns in der Schublade“, erklärt der Vorsitzende der Bürgerstiftung, Andreas von Gropper. Geboren sei die Idee aus der „Engel-Aktion“ bei der engagierte Helfer in der Corona-Krise nominiert werden konnten. Am Ende gab es für die „Engel“ einen Gutschein, der bei einem Ratzeburger Gastronom ihrer Wahl eingelöst werden konnte. Die Idee dahinter, „Das Geld bleibt in Ratzeburg“, liegt auch dem Stadt-Scheck zugrunde. Jeder Gewerbetreibende in Ratzeburg und Umgebung kann mitmachen.

Der Stadt-Scheck Ratzeburg ist fast wie eine eigene Währung für die Inselstadt. Jeder Stadt-Scheck hat einen Wert von fünf Euro. Der Kunde kann diesen Stadt-Scheck für fünf Euro bei der Bürgerstiftung erwerben und zum Beispiel zu Weihnachten verschenken. Es gibt keine Gebühr oder ähnliches. Genauso sieht es auch bei den Gewerbetreibenden aus. Der Scheck ist bei allen dann teilnehmenden Dienstleistern, Einzelhändlern und Gastronomen einlösbar. Die Gewerbetreibenden können anschließend den Scheck gebührenfrei bei der Bürgerstiftung wieder in Euro umtauschen.

Keine Gebühren? Ja, möglich macht das der ehrenamtliche Einsatz der Bürgerstiftung selbst. So konnte als Projektleiter Jürgen Hentschel gewonnen werden, der sich ehrenamtlich die Projektsteuerung sowie die Akquise der teilnehmenden Betriebe kümmert. Kontakt und Info unter der Telefonnummer (0 45 41) 85 95 45 oder per Email an info@stadtscheck.de. Die Abwicklung der Stadt-Schecks läuft ebenfalls ehrenamtlich über Andreas von Gropper, im Büro der Audiotex Deutschland GmbH, Barlachplatz 8 in Ratzeburg.

„Gerade jetzt während des zweiten Lockdowns scheint uns der richtige Zeitpunkt für den Start“, beschwört von Gropper den Solidaritätsgedanken des Langzeitprojekts. „Wir hoffen ein bißchen das Weihnachtsgeschäft der lokalen Unternehmen bereichern zu können“, ergänzt Jürgen Hentschel. „Dies ist jetzt die Aufforderung an alle Geschäfte da mitzumachen. Wir würden uns freuen, wenn wir kurzfristig viele Einzelhändler gewinnen könnten“, ruft Andreas von Gropper auf.

Alle Geschäfte werden unter www.stadtscheck.de gelistet und können ihr Geschäft mit einem entsprechenden Aufkleber am Schaufenster kennzeichnen. Stadt-Schecks funktionieren wie Bargeld. Überzahlungen erhalten Kunden in bar ausgezahlt, allerdings ist ein Mindestumsatz von drei Euro zu beachten. Beispiel: Beim Kauf einer Ware im Wert von 13 Euro werden drei Stadt-Schecks im Wert von 3 x 5 Euro (15 Euro) eingesetzt. Der Kunde erhält zwei Euro in bar als Rückgeld. Darüber hinaus sind für Kunden bereits gekaufte Stadt-Schecks nicht wieder in Bargeld umtauschbar. Die Stadt-Schecks sind fälschungssicher und wie beim Bargeld lassen sie sich bei Verlust nicht sperren oder ersetzen. Weg ist weg. Die Stadt-Schecks sind unbegrenzt gültig.

Bei der Stadt Ratzeburg sei die Stiftung sofort auf offene Ohren gestoßen. „Ich freue mich darüber“, sagt Bürgermeister Gunnar Koech. Gutscheinbestrebungen in dieser Art gebe es in Ratzeburg schon seit Jahren. Sie scheiterten jedoch bislang an den Kosten der Umsetzung, die die Bürgerstiftung nun ehrenamtlich löst. Koech weiter: „Wir sind sehr dankbar, dass die Bürgerstiftung Ratzeburg da tätig geworden ist. Das ist jetzt der richtige Zeitpunkt und wird den Gewerbetreibenden sicherlich helfen.“ Er hoffe zudem, dass der Stadt-Scheck künftig auch in der Tourist-Info im Rathaus erworben werden kann. „Dafür ist allerdings zunächst ein politischer Konsens nötig, dass eine bestimmte Anzahl angekauft werden darf“, meint Koech, sehe da aber keine Probleme, da es den städtischen Haushalt nicht belaste.

Weitere Info unter www.stadtscheck.de.

 

Quelle: herzogtum-direkt.de

28. September 2020

Der Leseherbst hat begonnen

Das im Frühjahr ausgefallene Literatur-Event wird nachgeholt – Gäste und Programm sind wieder eine Überraschung

Ratzeburg. Man weiß nicht, was gelesen wird, wer es macht und wie der musikalische Rahmen ausgestaltet sein wird. Dennoch ist der traditionelle Lesefrühling immer sehr gut besucht. Wegen der Corona-Einschränkungen im Frühjahr wird die Veranstaltung dieses Jahr zum „Leseherbst“.

Bürgerstiftung und Domkirchengemeinde stehen hinter der Veranstaltungsreihe, die an fünf Abenden für etwa 75 Minuten spannende und unterhaltsame Momente hervorbringen soll. Das Überraschungsprogramm haben erneut Kathrin Steffen und Michael Hagedorn vorbereitet. Domprobst Gert-Axel Reuß und Andreas von Gropper von der Bürgerstiftung sind „hoch erfreut“, dass der „späte Lesefrühling“ nun doch im Herbst stattfinden kann. „Wie immer und doch ganz anders“, sagt von Gropper. „Aber wir sind sehr froh, dass wir die Tradition des Lesefrühlings in diesem besonderen Jahr nicht durchbrechen müssen“. Bisher fand der Lesefrühling im Refektorium des Domklosters statt.

Man habe lange überlegt, wie sich die Reihe im Dom zur Herbstzeit attraktiv durchführen lässt und sei vor allem zu der Überzeugung gelangt, dass „wir ohne kulturelle Impulse verkümmern“, erklärt Kathrin Steffen. Das Hygienekonzept im Dom habe sich bislang bewährt, die Leseabende bieten Sichtplätze für „50 Haushaltsgemeinschaften oder haushaltsähnliche Gemeinschaften“, erklärt Domprobst Reuß. So stünden 100 Sichtplätze und zusätzliche Hörplätze in den Seitenschiffen zur Verfügung. Jede zweite Sitzreihe bleibt frei, Besucher müssen ihre Kontaktdaten am Eingang hinterlassen und außer auf ihren Sitzplätzen eine Maske über Nase und Mund tragen. Ein „knallgelber Ohrensessel“ wird für die Lesenden aufgestellt, ein Flügel herbeigeholt. Anders als in den Vorjahren wird wegen der Corona-Regelungen auf den traditionellen Weinempfang am Schlussabend dieser „Herbstausgabe“ verzichtet.

Bereits seit einigen Tagen bereiten Kathrin Steffen und Michael Hagedorn die Lesenden auf die Besonderheiten der Akustik im Dom vor. Es müsse etwas langsamer als gewohnt gelesen werden. „Das Kunststück sind die Pausen“, weiß Gert-Axel Reuß.

Bei freiem Eintritt bitten die Veranstalter um Spenden für das „Haus Kipepeo“. Die Ratzeburger Einrichtung betreut Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 18  Jahren, die nicht mehr bei ihren Familien wohnen können. Die Spenden sollen deren Taschengeld aufbessern und kleine Extras möglich machen.

Die Überraschungsabende vom 28. September bis zum 2. Oktober beginnen um 19.30 Uhr. Einlass ist um 18.45 Uhr für das Eintragen der Kontaktdaten.



LN vom 26.09.2020

12. Juni 2020

Bürgerstiftung verleiht zum zweiten Mal den Preis für ehrenamtliches Engagement junger Menschen

Lina Hansen – Preisträgerin des „Dr.-Fritz-Bahrs-Preises 2020“

von Dirk Andresen

Gewinnerin des „Dr.-Fritz-Bahrs-Preises 2020“: Lina Hansen von der Lauenburgischen Gelehrtenschule zusammen mit Oberstudiendirektor Thomas Engelbrecht (r.) und Andreas von Gropper, Vorsitzender der Bürgerstiftung Ratzeburg.

Preisträgerinnen und Preisträger haben auf unterschiedlichen Gebieten stets Herausragendes geleistet. Dass es manchmal sogar noch ein Stück darüber hinausgeht, erfuhren die Teilnehmer auf der Abitur-Feier der Lauenburgischen Gelehrtenschule, als der „Dr.-Fritz-Bahrs-Preis 2020“, dotiert mit 300 Euro, an die Ratzeburgerin Lina Hansen überreicht wurde. „Sie erfüllt in bewundernswerter Weise nicht nur einige Kriterien der Ausschreibung“, lobte Andreas von Gropper, Vorsitzender des Vorstandes der Bürgerstiftung, „sondern eigentlich alle.“ Die Juroren der Lauenburgischen Gelehrtenschule, die die Wahlempfehlung ausgesprochen hatten, waren sich in ihrem Urteil schnell einig gewesen.

 

„Ihre Bereitschaft, mit großem Engagement Verantwortung zu übernehmen und dafür Freizeit zu investieren, hat uns überzeugt. Auch die notwendige Ausdauer, sich langfristig mit Aufgaben zu befassen. Die Fähigkeit zur vertrauensbildenden Kommunikation, zur Teamarbeit und zur Netzwerkbildung waren weitere Kriterien, die sie in bewundernswerter Weise erfüllt“, so Andreas von Gropper. Ihren über Jahre aktiven Einsatz für die Schülerschaft, z.B. in der Rolle als Schülersprecherin, war nur ein Kriterium von mehreren.

 

Lina Hansen engagierte sich u.a. bei Projekten wie „Jugend gegen Aids“, „Fridays for Future“ oder auch „Schule ohne Rassismus“ und zeigte über Jahre, zu welch außerordentlichem Engagement Schülerinnen und Schüler in der Lage sind. Für Oberstudiendirektor Thomas Engelbrecht und das Lehrerkollegium konnte es daher keine bessere Kandidatin geben. „Erst bei der Rede ahnte ich, dass ja ich gemeint sein könnte“, gestand Lina Hansen, die wie wohl die meisten ihrer Mitschüler bei dieser im Zeitalter von Corona wohl einmaligen Abiturfeier eine emotionale Achterbahnfahrt durchlebte.

 

Dr. Fritz Bahrs, vielfach ehrenamtlich engagierter Bürger und Namensgeber des Preises, hatte sich immer gewünscht, gesellschaftliches Engagement besonders bei jungen Menschen zu wecken. Er wäre sicherlich begeistert, wenn er die 18-jährige Lina Hansen persönlich kennengelernt hätte. Wo war für sie die Initialzündung für das herausragende Engagement im Ehrenamt? „Meine Entwicklung ist durch das Klassensprechertraining an der Gelehrtenschule entscheidend geprägt worden“, sagt Lina Hansen, „ich war damals 13 Jahre alt (oder doch 12?) und in der siebten Klasse. Durch die Schulungen hatte ich Kontakt zu älteren Schüler, die in ihrem Engagement teilweise Vorbilder waren.“  

Aus der jungen Schülerin wurde mit den Jahren eine selbstbewusste junge Frau. Die auf der Abitur-Feier gleich mehrmals auf die Bühne gebeten wurde. Neben der Auszeichnung der Bürgerstiftung, gehörte sie mit ihrem Notendurchschnitt von 1,3 zu den besten fünf Abiturientinnen und Abiturienten und erhielt auch noch eine Auszeichnung durch die Deutsche Gesellschaft für Philosophie.

 

Das Fach Philosophie hat Spuren hinterlassen. Im logischen Denken, im Umgang mit Themen und in der Verfeinerung des Ausdrucks. Wer sich mit ihr unterhält, erlebt eine Gesprächspartnerin, die nicht munter drauflos plappert, sondern ihre Worte abwägt – und etwas zu sagen hat. Nicht so oft anzutreffen unter jungen Erwachsenen.

 

Und wie geht es weiter nach dem Abitur? „Ich würde gern in Bayreuth studieren“, sagt Lina Hansen, deren sympathisches Lachen gute Stimmung verbreitet. Medizin? „Nein. Philosophy and Economics. Was ich damit beruflich mache, lasse ich noch offen. Auf jeden Fall möchte ich mich für Menschen und für die Umwelt engagieren.“ Schlussworte, denen bald schon Taten folgen werden. Ganz sicher!

18. Mai 2020

Nominiert von Ratzeburgerinnen und Ratzeburgern

Bürgerstiftung ehrt 65 Mitbürgerinnen und Mitbürger als "Engel der Krise"

von Dirk Andresen

Treffen der Ratzeburger "Engel der Krise" in gebührendem Corona-Abstand anlässlich der Verleihung ihrer Urkunden (Bild: Oliver Essing)

Was kann den Menschen Halt geben in einer Welt, die immer unübersichtlicher wird und in der sich viele allein gelassen fühlen? Wer schenkt Lebensmut, wenn durch unvorhergesehene Krisen die Welt aus den Angeln gerät, wie in Zeiten von Corona? Wer gibt Wärme, Nähe oder spricht einem Mut zu? Wer spendet Trost? Es sind vielleicht die Engel, die himmlischen Wesen, an die Umfragen zufolge jeder zweite Deutsche glaubt. Es sind vor allem aber Menschen, die mit beiden Beinen auf der Erde stehen und für die das Wort Nächstenliebe noch von Bedeutung ist. Die mit ihrem außergewöhnlichen Engagement einfach Gutes tun.

 

In Ratzeburg wurde durch Jutta Riss und Uwe Martens, engagierte Bürger der Inselstadt, eine Idee mit Tragweite umgesetzt, die zeigte, dass das Gemeinwohl durchaus noch einen festen Platz in unserer Gesellschaft hat: Eine spontane Idee, mit viel Herz und über die Grenzen hinaus. Ratzeburger Bürger waren aufgerufen, Mitmenschen als „Engel der Krise“ zu nominieren. Bürger zu benennen, die sich in herausragender Weise um den „Nachbarn“ verdient gemacht hatten oder dazu beitrugen, das tägliche Leben in Zeiten von Corona ein Stück lebenswerter zu machen. Das alles stand unter dem Dach der Bürgerstiftung Ratzeburg, die sich als eine Organisation für Ratzeburgerinnen und Ratzeburger versteht, um den Gemeinsinn und die Verbundenheit zur Stadt zu stärken.

„Sie haben mit ihrem persönlichen Einsatz nicht nur Nachbarn, Kunden, Patienten und Mitbürgern direkt geholfen, sondern waren leuchtendes Beispiel dafür, wie wertvoll und wichtig bürgerschaftliches Engagement für den Zusammenhalt und das Funktionieren unserer Gesellschaft ist“, sagte Andreas von Gropper, der Vorsitzende der Ratzeburger Bürgerstiftung bei der Ehrung im Garten des Kreismuseum auf der Domhalbinsel. „Es ist schön zu sehen, was aus dieser Idee geworden ist“, freute sich Jutta Riss, die über einen Beitrag im Internet die Anregung aus Celle erhielt und mit Uwe Martens schnell einen Mitstreiter fand, der nicht locker ließ, die Aktion „Engel der Krise“ auch schnell umzusetzen.

 

50 Einzelpersonen oder Gruppen waren letztendlich für diese Aktion nominiert, die nach Bekanntgabe durch die Medien schnell an Fahrt aufnahm. Jeder „Engel der Krise“ erhielt neben einer Urkunde einen Gutschein im Wert von 25 Euro, der ausschließlich in Ratzeburg eingelöst werden kann und damit auch einen positiven Effekt für die lokale Wirtschaft hat. Eine „Win-win-Situation“, eine Aktion, die die Bürger näher zusammenrücken lässt.

 

„Ich war völlig überrascht, dass ich ausgewählt wurde“, gestand Claudia Kuehn, die als Zustellerin bei der Deutschen Post eher selten Aufmerksamkeit und Anerkennung erfährt, aber nun bestätigt wurde darin, dass ihre Freundlichkeit von den Bürgern der Stadt wohlwollend aufgenommen wird. Auch Hans-Jürgen Plath zeigte sich verwundert über seine Berücksichtigung. Als langjähriger verdienstvoller Ehrenamtler, der viel Zeit für die Ratzeburger Tafel investiert, die zweimal die Woche Lebensmittel an bedürftige Menschen verteilt, stand sein Name jedoch nicht ganz so überraschend auf der Liste der zu Ehrenden. Mit ihm wurde das gesamte Team der Ratzeburger Tafel geehrt, für die Viktor Winter und Julia Strohkirch, mit 25 und 21 Jahren noch sehr junge Ehrenamtler, stellvertretend zusammenfassten: „Wir haben uns einfach riesig gefreut über die Auszeichnung.“

 

Niemand der Organisatoren hatte im Vorfeld geahnt, dass die Aktion „Engel der Krise“ solch solch einen Zuspruch erfährt. 67 Bürger der Stadt Ratzeburg wählten mit einer 25-Euro-Spende ihren persönlichen Favoriten aus, der damit zu einem bunten Querschnitt von Bürgern aus den unterschiedlichsten Berufen zählte: Kassiererin, Busfahrer, Pflegekraft, Einkaufshelfer, auch ein Krankenhausdirektor wurde nominiert. Und ein Pastor. Mit Jürgen Hensel, der u.a. als Mitarbeiter der Rettungswache auf vielen Einsatzorten verzweifelte und tieftraurige Menschen trösten muss, hatte allen Grund zur Freude: „Diese ganze Aktion ist schön, einfach nur schön. Und vielleicht ist sie ein Hoffnungszeichen für unsere Gesellschaft in Zeiten wie diesen.“ Insgesamt haben die „Ratzeburger Engel der Krise“ viel dazu beigetragen, dass das Leben in und um Ratzeburg in Zeiten von Corona ein Stück lebenswerter werden konnte.

 

Anselm Grün, der bekannte Benediktiner und Autor mehrere Engelbücher glaubt an die positive Wirkung himmlischer Geschöpfe: „Engel sind Mächte. Sie haben Kraft in sich. Und sie haben eine Aufgabe für den Menschen.“ Schön, dass es sie alle gibt. Der Dank kann an sie nicht groß genug sein.

22. Februar 2020

Bürgerstiftung unterstützt Projekt für DaZ-Klassen

Warum Katharina Richter im Unterricht auf Federtaschen schwört

von Dirk Andresen

Alles hat seinen Platz, wenn es nicht gerade im Unterricht benutzt wird. Ist ein Buntstift zu klein, erhält der Schüler im Tausch einen neuen

Die besten Ideen fallen einem ein, wenn man gerade nichts tut und denkt. Manchmal kommt die Lösung über Nacht. Die Redewendung „Eine Nacht darüber schlafen“ verhalf auch Katharina Richter, engagierte Lehrerin an der Grundschule St. Georgsberg, zur Lösung ihres Problems. Weil im Unterricht mit den 13 DaZ-Kindern im Alter zwischen sechs bis elf Jahren, die Deutsch als Zweitsprache lernen, der Geräuschpegel oft mächtig anhob, musste eine zündende Idee her. Eines Morgens, nachdem Aufwachen, fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. „Wir brauchen einheitliche Federtaschen. So können wir eine ruhige Arbeitsatmosphäre schaffen“, war sich Katharina Richter sicher.

Ruhe durch Federtaschen? Kann das wirklich klappen? Wer die Schülerinnen und Schüler beobachtet – einige sind erst wenige Wochen in Deutschland, andere leben schon Jahre hier, unterhalten sich zu Hause aber nur in ihrer Landessprache - schaut meist in strahlende und konzentrierte Gesichter. Vor allem bei Malübungen. Die blauen oder roten Federtaschen liegen vor jedem Schüler oder Schülerin auf dem  „Parkplatz“, auf der roten DaZ-Mappe, immer an derselben Stelle. Der Inhalt ist bei allen gleich. Sogar die Buntstifte oder Bleistift müssen immer eine gewisse Größe haben. Und angespitzt, selbstverständlich. Wenn die Stifte zu klein sind, bekommen die Kinder im Tausch einen neuen. So kann es im Unterricht immer sofort losgehen. „Das war früher oft schon ganz schön verrückt“, erzählt Katharina Richter. “ Wenn gebastelt oder ein Bild gemalt werden sollte, suchte der eine Schüler seine Buntstifte in seinem Ranzen zusammen. Ein anderer musste seine erst einmal spitzen. Jemand lieh sich vom Nachbarn den Radiergummi aus. Und die Schere hatten viele erst gar nicht dabei.

 

So gut die Idee mit den identischen Federtaschen auch war, ein Problem musste noch gelöst werden. Oft ist für die Eltern aus Syrien, Somalia, Tschetschenien, aber auch aus Polen, Ungarn oder Rumänien die Wichtigkeit von gutem und vollständigem Schulbedarf nicht so bedeutend. „Als ich anfing, nach möglichen Paten Ausschau zu halten, hätte ich nie gedacht, dass mir so schnell geholfen wird“, sagt Katharina Richter. Eine anonyme Spenderin und die Bürgerstiftung Ratzeburg ermöglichen mit dem „Federtaschenpatenamt“ dieses Projekt bereits im dritten Jahr, zuletzt mit einer Zuwendung 350 Euro. „Eine tolle Sache, die mit viel persönlichem Einsatz angegangen wird“, sagt der 1. Vorsitzende Andreas von Gropper. „Ein kleines Projekt mit einer großen Wirkung.“ Die Buchhandlung Weber unterstützt dankenswerterweise die Aktion.

 

Auch wenn sich die Schülerinnen und Schüler der DaZ-Klasse untereinander meist noch nicht verständigen können, so ist der Umgang miteinander respektvoll und achtsam, wohl aber sehr lebhaft und temperamentvoll. Wertvolle Hilfe erhält die DaZ-Klasse durch Levon Groneberg, 18 Jahre alt (Freiwilliges Soziales Jahr) und Hege Hoops, 18, die nach dem Abitur an der Lauenburgischen Gelehrtenschule ein Praktikum absolviert. Kurios ist, dass die früher als Schülerin der dritten Klasse Katharina Richter als Klassenlehrerin hatte.

 

Nach dem gemeinsamen Frühstück werden die Kinder von Katharina Richter weiter angehalten zu sprechen. Sie selbst spricht in ganzen Sätzen, in einfacher Sprache oder verständigt sich mit Händen und Füßen. „Es geht bei uns natürlich viel lebhafter zu als in anderen Klassen“, sagt Katharina Richter, „aber sie müssen sich an Regeln halten.“ Ein Schüler ist gerade in die Klasse gekommen und hat die Tür krachend hinter sich zu geschlagen. Die Lehrerin schaut den Schüler nur an und spricht ruhig und bestimmt: „Bitte noch mal. Nicht zu schlagen. Am Griff“. Wie von Zauberhand geht diesmal alles von selbst.

Ist der Termin richtig eingetragen? Lehrerin Katharina Richter überzeugt sich davon, dass Gergely (8) aus Ungarn alles richtig notiert hat
Aktuelles 2019
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Aktuelles 2018
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Bürgerstiftung Ratzeburg "On Air"

Interview mit dem Vorsitzenden Andreas v. Gropper

Radio RZ1 über die Bürgerstiftung Ratzeburg
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